Die 10 besten Skigebiete in den Dolomiten
Die Dolomiten sind das spektakulärste Gebirge der Alpen. Die senkrecht aufragenden Kalksteinmassive, die bei Sonnenuntergang in Rosé- und Orangetönen leuchten – ein Phänomen, das die Einheimischen Enrosadira nennen –, verleihen dem Skifahren hier eine visuelle Dimension, die in keinem anderen Gebirge Europas zu finden ist. Seit 2009 sind die Dolomiten UNESCO-Weltnaturerbe, und wer einmal bei klarem Winterhimmel unter den Dreitausendern der Sella-Gruppe gefahren ist, versteht sofort warum. Das Skigebiet Dolomiti Superski verbindet zwölf Skiregionen und über 1.200 Kilometer Pisten zu einem der größten zusammenhängenden Skigebiete der Welt. Die Verhältnisse sind durch die südliche Lage und die kalkreiche Luft oft kälter und trockener als man erwarten würde, aber die Beschneiungsanlagen sind hervorragend und sichern die Hauptpisten auch bei magerem Naturschnee.
1. Cortina d'Ampezzo, Venetien
Cortina d'Ampezzo ist die Königin der Dolomiten. Die Stadt liegt im gleichnamigen Tal in einem Kessel der Ampezzo-Dolomiten auf 1.224 Metern und ist umgeben von den eindrucksvollsten Felstürmen der Region: Tofanen, Cristallo, Marmolata. Das Skigebiet ist in mehrere nicht zusammenhängende Sektoren aufgeteilt – Faloria, Cristallo, Cinque Torri, Tofana – die zusammen über 120 Kilometer Pisten bieten. Die Abfahrt Staunies auf dem Cristallo und die lange Tofana-Abfahrt sind Klassiker, die jedem erfahrenen Alpinisten bekannt sein sollten. Cortina hat 1956 die Olympischen Winterspiele ausgetragen und war 2021 erneut Schauplatz der Ski-Weltmeisterschaften. Die Stadt selbst ist das eleganteste Skiresort Italiens, mit Boutiquen, Gourmetrestaurants und einem Gesellschaftsleben, das zwischen Mailand und Wien seinen natürlichen Platz findet. Beste Reisezeit: Januar bis März.
2. Val Gardena, Südtirol
Val Gardena ist das Herzstück des Dolomiti-Superski-Verbunds und Heimat der berühmtesten Weltcup-Abfahrt Italiens: die Saslong-Abfahrt, auf der alljährlich im Dezember die Herren-Weltcuprennen ausgetragen werden. Das Tal mit den Ortschaften Ortisei, Santa Cristina und Selva di Val Gardena liegt auf einer Höhe von rund 1.250 bis 2.518 Metern. Die Verbindung mit Alta Badia, Passo Gardena und dem Sella-Ronda-Rundkurs macht Val Gardena zu einem idealen Ausgangspunkt für die gesamte Sella-Region. Die Sellajoch-Abfahrten sind für Mittelstufe-Skifahrer eine der befriedigendsten Geländeoptionen der Alpen. Das Tal hat eine starke Ladinische Identität – die lokal-romanische Sprache und Kultur geben Val Gardena eine Eigenständigkeit, die man im übrigen Südtirol nicht in dieser Dichte findet.
3. Alta Badia, Südtirol
Alta Badia umfasst die Orte La Villa, San Cassiano, Corvara und Colfosco im ladinischen Herzen der Dolomiten auf einer Höhe von 1.400 bis 2.778 Metern. Das Skigebiet ist für seine breiten, perfekt präparierten Hänge bekannt und bietet über 130 Kilometer Pisten, von denen ein Großteil rote und blaue Schwierigkeit hat – ideal für Familien und Skifahrer, die lange, genussorientierte Abfahrten bevorzugen. Der Gran Risa-Hang in La Villa ist Schauplatz des Weltcup-Riesenslaloms, der zur besten Weltcupveranstaltung des Jahres zählt. Alta Badias Gastronomie ist legendär: Das Gebiet ist bekannt für seine Hütten mit Haubenköchen, und der jährliche gourmet-Ski-Event Alta Badia zieht Sterneköche aus ganz Europa an.
4. Sella Ronda Rundkurs, Dolomiten
Der Sella Ronda ist keine einzelne Piste, sondern ein Pistenrundkurs, der das Sellajoch in einer Schleife umrundet und dabei die Skigebiete Val Gardena, Alta Badia, Val di Fassa und Arabba verbindet. Der Rundkurs von etwa 40 Pistenkilometern führt durch vier Täler und vier Sprachen – Deutsch, Ladinisch, Rätoromanisch, Italienisch – und bietet eine Perspektive auf die Dolomiten, die auf keinem anderen Rundkurs der Welt zu finden ist. Der Großteil der Pisten ist blau und rot, was den Sella Ronda für geübte Anfänger und Mittelstufe-Skifahrer zur erreichbaren Hauptattraktion macht. Die beste Erfahrung macht, wer früh startet und vor dem Mittagsandrang die Joche überquert.
5. Marmolada, Venetien/Trentino
Die Marmolada ist die Königin der Dolomiten in ihrer klassischen Bedeutung: der höchste Gipfel des Gebirges auf 3.343 Metern, mit dem einzigen echten Gletscher der Dolomiten. Das Skigebiet Arabba-Marmolada erschließt den Gletscher per Seilbahn und bietet Abfahrten bis auf 1.600 Meter im Tal – ein Höhenunterschied von über 1.700 Metern, der zu den größten der Dolomiten zählt. Die Gletscherabfahrten sind anspruchsvoll und weitläufig, und der Blick vom Gipfelbereich auf das Panorama der Dolomiten ist schlicht das Eindrücklichste, was man in den Dolomiten sehen kann. Die Marmolada ist über Arabba in den Sella-Ronda-Verbund integriert.
6. Kronplatz, Südtirol
Kronplatz – ladinisch Plan de Corones – liegt im Pustertal und hat eine ungewöhnliche Geometrie: Das kegelförmige Massiv auf 2.275 Metern bietet Pisten in alle Richtungen, sodass der Berg von verschiedenen Seiten – von Bruneck, Reischach, St. Vigil und Olang – erschlossen wird. Das Skigebiet umfasst rund 110 Kilometer Pisten mit einem hervorragenden Anteil an anspruchsvollen schwarzen Hängen. Kronplatz veranstaltet Weltcup-Riesenslalomrennen der Damen und hat sich als modernes, gut organisiertes Resort einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet. Das Messner Mountain Museum auf dem Gipfel – entworfen vom Meraner Architekt Zaha Hadid – ist ein Kulturhighlight, das neben dem Skifahren einen eigenständigen Besuch lohnt.
7. Cavalese / Fiemme-Obertal, Trentino
Das Val di Fiemme mit dem Skigebiet Cavalese liegt südöstlich von Trient und ist vor allem als Langlaufzentrum bekannt – die Marcialonga, ein 70-Kilometer-Langlaufrennen, ist eine der traditionsreichsten Langlaufveranstaltungen Europas. Das alpine Skigebiet Alpe Cermis bietet knapp 50 Kilometer Pisten auf einer Höhe bis 2.250 Metern mit anspruchsvollen Hängen auf der Fiemme-Seite und sonnigen, moderaten Abfahrten im Süden. Im Verbund Ski Ciampac/Alpe Lusia erweitert sich das Angebot erheblich. Cavalese ist weniger mondän als Cortina und Alta Badia, bietet aber hervorragende Verhältnisse zu moderaten Preisen.
8. Val di Fassa / Canazei, Trentino
Val di Fassa liegt südöstlich des Sellajochs und ist Teil des Sella-Ronda-Verbunds. Die Orte Canazei, Campitello und Pozza di Fassa bieten zusammen über 100 Kilometer Pisten auf einer Höhe bis 2.950 Metern. Das Terrain ist vielfältig: Die Abfahrten im oberen Bereich rund um den Col Rodella sind anspruchsvoll, die Hänge im mittleren Bereich von Campitello ideal für Familien. Val di Fassa ist bekannt für seine ladinische Gastfreundschaft und eine Gastronomiekultur, die den alpinen Standard übertrifft.
9. Passo Tonale, Trentino/Lombardei
Passo Tonale liegt auf dem gleichnamigen Gebirgspass auf 1.884 Metern und bietet Zugang zum Presena-Gletscher auf 3.016 Metern. Das Skigebiet umfasst rund 100 Kilometer Pisten und ist dank der Gletscherlage schneesicher bis in den Frühling. Tonale ist günstiger als die berühmten Dolomitenresorts und damit beliebt bei jungen Skifahrern aus der Lombardei und dem Trentino. Das Terrain bietet eine gute Mischung aus langen, sanften Abfahrten auf dem Gletscher und anspruchsvolleren Hängen im unteren Bereich.
10. Folgarida / Madonna di Campiglio, Trentino
Folgarida und das benachbarte Madonna di Campiglio bilden gemeinsam mit Marilleva das Skigebiet Skirama Dolomiti auf der Westseite der Adamello-Brenta-Gruppe. Madonna di Campiglio – das exklusivste Skiresort des Trentino – liegt auf 1.522 Metern und bietet rund 150 Kilometer Pisten auf einer Höhe bis 2.504 Metern. Das Gebiet ist für seine ausgereiften roten Hänge bekannt, die für Mittelstufe-Skifahrer optimal sind. Die Drei-Zinnen-Abfahrt und der Spinale-Sektor bieten die anspruchsvollsten Hänge des Gebiets. Madonna di Campiglio hat ein nobles Ambiente und zieht eine mailänder und venetische Prominenz an.
Praktische Informationen
Die Skisaison in den Dolomiten läuft von Dezember bis April, mit Schneehöhepunkten im Januar und Februar. Hauptanreisepunkte sind Venedig (für Cortina, Alta Badia, Val Gardena), Verona (für Val di Fassa, Tonale, Campiglio) und Innsbruck (für Kronplatz und Pustertal). Das Dolomiti-Superski-Ticket erschließt alle verbundenen Skigebiete mit einer einzigen Karte und ist Pflicht für Mehrtagsaufenthalte. Tageslifte kosten zwischen 45 und 65 Euro. Eine vollständige Übersicht aller Dolomitengebiete finden Sie auf unserer interaktiven Karte öffnen.