Die 10 besten Skigebiete in den Schweizer Alpen
Die Schweizer Alpen repräsentieren das, womit die meisten Menschen Skifahren assoziieren: imposante Viertausender als Kulisse, präzise gepflegte Pisten, ein Schienennetz das direkt zur Bergstation führt und ein Servicestandard, der keine Wünsche offenlässt. Die Schweiz hat das Skifahren nicht erfunden, aber sie hat es in den vergangenen 150 Jahren verfeinert wie kein anderes Land. Von Zermatt mit dem Matterhorn im Blick bis zum legendären St. Moritz, das den Skitourismus ins Leben gerufen hat – jedes der großen Schweizer Skigebiete hat eine eigene Persönlichkeit, eine eigene Geschichte und ein eigenes Terrain. Die Preise sind hoch; dafür ist die Qualität es durchgehend auch.
1. Zermatt, Wallis
Zermatt liegt am Fuß des Matterhorns und ist das bekannteste Skigebiet der Alpen. Die Pistenlagen reichen von 1.620 bis 3.883 Metern; der Klein Matterhorn ist der höchste von Seilbahn erschlossene Punkt Europas. Das Skigebiet bietet über 360 Pistenkilometer, davon rund 20 Kilometer auf dem Theodulgletscher, der Ganzjahresskifahren ermöglicht. Auf der italienischen Seite ist Cervinia angeschlossen, was bei gutem Wetter eine grenzüberschreitende Tagestour erlaubt. Das Terrain ist großzügig: lange rote Abfahrten wie Weißhorn und Triftji; schwarze Runs wie die Kumme; und weitläufige Gletscherhänge im oberen Bereich. Zermatt ist autofrei; Anreise per Bahn aus Visp oder Täsch. Flughafen: Genf (3,5 Stunden), Zürich (3 Stunden).
2. Verbier, Wallis
Verbier ist das Dorado des europäischen Freeride-Skifahrens. Das Skigebiet ist Teil des 4 Vallées-Verbundes mit über 400 Pistenkilometern, doch was Verbier international bekannt macht, ist das Gelände außerhalb der markierten Pisten. Hänge wie Staircase, Combe de la Combe und der legendäre Grand Fond sind für erfahrene Off-Piste-Fahrer gemacht. Mont Fort auf 3.329 Metern gibt den Blick auf Weißhorn, Grand Combin und Mont Blanc frei und ist Ausgangspunkt für mehrere schwarze Abfahrten. Die präparierten Pisten sind zu rund 60 Prozent rot; für ruhiges Cruising ist Verbier eher weniger geeignet. Das Dorf ist lebendig, teuer und zieht eine internationale Clientele an. Bestes Anreisedatum: Januar und Februar nach Neuschnee.
3. St. Moritz, Graubünden
St. Moritz ist die Wiege des Alpintourismus. Das erste Hotel öffnete 1856; die ersten Skikurse wurden 1864 gegeben. Heute bietet das Gebiet Corviglia/Corvatsch/Diavolezza über 350 Pistenkilometer zwischen 1.720 und 3.303 Metern. Corviglia über dem Dorf ist das Hauptgebiet mit breiten roten und blauen Pisten für Cruiser; Corvatsch auf der anderen Seite des Sees bietet höheres und anspruchsvolleres Gelände bis 3.303 Meter; Diavolezza mit dem gleichnamigen Gletscher ist ein Paradies für Powder und lange Abfahrten. Die Kulm-Abfahrt von Marguns ist eine der schönsten klassischen Pisten der Alpen. St. Moritz ist zweifacher Olympiaort (1928, 1948) und beheimatet die Cresta Run Rodelbahn. Flughafen: Zürich (2,5 Stunden), Mailand Malpensa (2 Stunden).
4. Jungfrauregion (Grindelwald, Wengen, Mürren), Berner Oberland
Die Jungfrauregion ist technisch gesehen kein einzelnes Skigebiet, sondern drei miteinander verbundene Orte am Fuß von Eiger, Mönch und Jungfrau. Grindelwald und Wengen bilden das First-/Kleine-Scheidegg-Gebiet mit über 200 Pistenkilometern; Mürren über dem Lauterbrunnental ist autofreies Dorf mit der legendären Schilthorn-Abfahrt (bekannt als James-Bond-Kulisse in "Im Geheimdienst Ihrer Majestät"). Die Lauberhorn-Abfahrt in Wengen ist eine der ältesten und berühmtesten FIS-Weltcupstrecken. Das Terrain reicht von sanften blauen Pisten für Familien bis zu schwarzen Couloirs für Experten; das Spektakel der Dreigestirne im Hintergrund macht jeden Skitag unvergesslich. Zürich und Bern sind per Bahn gut erreichbar.
5. Engelberg, Zentralschweiz
Engelberg ist Zürichs bestes Skigebiet und für Wochendausflüge aus der Stadt unschlagbar. Das Gebiet auf dem Titlis reicht von 1.050 bis 3.020 Metern – fast 2.000 Meter Vertikale. Der Gletscherbereich um den Titlisgipfel bietet schneesicheres Terrain auch in schneearmen Jahren; die Abfahrt durch den Ice Flyer-Bereich mit tiefen natürlichen Halfpipe-ähnlichen Rinnen ist einmalig. Engelberg ist bekannt für seinen Tiefschnee in den Waldschneisen unterhalb der Baumgrenze; nach guten Schneefällen ist das Terrain zwischen Stand und Trübsee für Pulverfans weltklasse. Die Anreise aus Zürich dauert per Bahn inklusive Standseilbahn gut 1,5 Stunden.
6. Davos/Klosters, Graubünden
Davos und Klosters sind getrennte Orte, die zusammen das größte Skigebiet der Schweiz bilden – über 300 Pistenkilometer auf fünf verschiedenen Bergen (Parsenn, Jakobshorn, Pischa, Madrisa, Rinerhorn). Parsenn ist das Herzstück: breite, lange Abfahrten zwischen 2.844 und 1.124 Metern; die Wengener Abfahrt von Weißflühjoch bis Küblis ist mit 12 Kilometern eine der längsten in den Alpen. Jakobshorn ist bekannt als Snowboard- und Freestyle-Zentrum. Klosters war traditionell der Rückzugsort der britischen Königsfamilie; die Wang-Piste ist eine der schönsten roten Abfahrten Graubündens. Davos ist außerdem bekannt als internationales Konferenz- und Kulturzentrum.
7. Saas-Fee, Wallis
Saas-Fee liegt in einem Hochtal umgeben von 13 Viertausendern und ist das zweite autofreie Skigebiet der Schweiz nach Zermatt. Der Allalin-Gletscher ermöglicht Sommerskifahren; die Wintersaison reicht von Oktober bis Mai. Das Gebiet erstreckt sich von 1.800 bis 3.600 Metern; die Pistenkilometer sind mit rund 100 überschaubar, aber die Qualität und die Höhenlage machen jeden davon wertvoll. Das Metro Alpin – eine unterirdische U-Bahn auf den Gletscher – ist technisch einzigartig in den Alpen. Saas-Fee hat eine entspannte, alternative Atmosphäre und ist weniger mondän als Zermatt, zieht dafür viele Freeride-Skifahrer und Familien an, die Ruhe schätzen.
8. Laax, Graubünden
Laax ist das progressivste Skigebiet der Schweiz. Das Gebiet – oft als Laax/Flims/Falera bezeichnet – bietet über 235 Pistenkilometer zwischen 1.100 und 3.018 Metern. Laax ist europaweit führend in der Snowboard- und Freeskiingszene; der Laax Open ist einer der renommiertesten Snowboard-Wettbewerbe weltweit. Der Snowpark ist außergewöhnlich gut entwickelt, mit mehreren Linien für verschiedene Niveaus. Das Terrain für alle Fahrstufen ist exzellent: breite Anfängerhänge in Flims, lange rote Pisten im Mittelteil, anspruchsvolles schwarzes Gelände am Vorab-Gletscher. Das Resort hat sich mit dem Riders Palace Hotel und einer jungen, lebendigen Atmosphäre einen eigenen Charakter erarbeitet.
9. Andermatt, Uri
Andermatt ist das Geheimnis der Schweizer Skiindustrie, das in den vergangenen Jahren dank einer massiven Investition durch den ägyptischen Investor Samih Sawiris zum Weltklasse-Resort aufgestiegen ist. Das Skigebiet Gemsstock/Sedrun bietet über 180 Pistenkilometer zwischen 1.444 und 2.963 Metern; der Gemsstock selbst ist ein Expertengelände par excellence mit dem legendären Couloir Gemsstock und weitläufigen Nordhängen, die Pulverschnee lange konservieren. Andermatt liegt am Gotthard und ist per Bahn aus Zürich (1,5 Stunden) und Luzern erreichbar. Der neue Andermatt Swiss Alps-Resortbereich mit Fünfsternehotels ist gleichzeitig eine Investition in die Zukunft des Schweizer Wintertourismus.
10. Mürren, Berner Oberland
Mürren verdient einen eigenen Platz in dieser Liste neben der Jungfrauregion. Das autofreie Klippenplatzen auf 1.638 Metern bietet direkten Zugang zur Schilthorn-Seilbahn (2.970 Meter) und zum Gebiet Mürren-Schilthorn mit rund 50 Pistenkilometern. Die Vertikale von der Schilthorn-Station bis Lauterbrunnen übertrifft 1.600 Meter. Die Allmendhubel-Pisten sind für ruhiges Cruising ideal; der Kanonenrohr – ein steiler, enger Kanal – ist für Experten. Mürren ist das Geburtsort des alpinen Ski-Rennsports: Arnold Lunn organisierte hier 1921 das erste Slalomrennen der Geschichte. Die Abgeschiedenheit und die alpinen Kulissen machen Mürren zu einem der romantischsten Orte zum Skifahren.
Saison, Anreise und Skipässe
Die Schweizer Skisaison beginnt typischerweise Anfang Dezember und endet je nach Höhenlage im März oder April; Gletschergebiete wie Zermatt und Saas-Fee bleiben länger offen. Tageskarten kosten zwischen 60 und 90 Schweizer Franken; in großen Gebieten wie Verbier oder Zermatt kann ein Tagesticket über 100 Franken kosten. Die Bahn ist die komfortabelste Anreiseoption: Alle großen Schweizer Skigebiete sind direkt oder mit maximal einem Umstieg aus Zürich oder Genf erreichbar. Karte öffnen, um alle Skigebiete der Schweizer Alpen zu entdecken.